Die Liebessterne bringen sehr viel Intensität und Spannung, stiften aber auch Verwirrung. Entweder wissen wir selber nicht, was wir wollen, oder der Partner sendet widersprüchliche Signale, die wir falsch interpretieren. Unter den ambivalenten Sternen sind wir hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach intensiver Nähe, berauschender Erotik und verzehrender Leidenschaft – gleichzeitig haben wir aber Angst, uns zu verlieren und in eine seelische Abhängigkeit zu geraten. Das kann zu abenteuerlichen Wirrungen führen: zu spontanen Annäherungen und wilden Affären wie auch zu plötzlichen Flucht- und Befreiungsaktionen. Wir sind gewissermassen die Sklaven unserer Sehnsüchte — auch von denen, die uns bisher unbekannt waren.
Fragen rund um Nähe und Distanz beschäftigen uns nun besonders. Wie viel Verbindlichkeit und wie viel Freiraum brauchen wir in einer Beziehung? Wann fühlen wir uns eingeschränkt und kontrolliert? Wo fehlen uns Sicherheit und Kontinuität, wo fehlt das Vertrauen? Weil bisher unterdrückte Wünsche jetzt plötzlich angemeldet oder gar eingefordert werden, zeigt sich auch, wo die Bedürfnisse nicht kompatibel sind. Wenn sich zum Beispiel ein Partner mehr Nähe und Verbindlichkeit wünscht, der andere hingegen Freiraum braucht und sich nicht langfristig festlegen will, gibt es keine schnelle Lösung. Verlustängste und Eifersucht könnten uns nun in einen aufgewühlten Zustand versetzen. Denkbar ist wie gesagt auch, dass wir widersprüchliche Bedürfnisse in uns selber wahrnehmen; dass wir auf der einen Seite am liebsten aus einer Beziehung ausbrechen würden, auf der anderen Seite aber die Sehnsucht nach Nähe so stark ist, dass wir uns nicht trennen können. Solange wir uns in diesem Wechselbad der Gefühle befinden, ist es nicht ratsam, eine Herzensentscheidung zu fällen.
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Und weiter geht's...















