12.11.2013

Post!

Der Umschlag steht vor mir. Seit Stunden. Ein dicker, grosser, aus Pappe. Ich wage ihn noch nicht zu öffnen. Angst, Erwartung, Hoffnung, birgt sich darin. Mein Herz rast, wenn ich ihn betrachte. Seine Handschrift, die meinen Namen und meine Adresse zeichnet ist mir so vertraut. Weckt in mir unweigerlich zärtliche Gefühle. Gleichzeitig macht mir seine energische Schreibweise Angst und weckt Spannung in mir. Sie ist so perfekt und fasziniert mich – wieder, immer noch, aufs Neue? Drei Monate kein Lebenszeichen, jetzt Post. Am 11.11. angekommen. Ich kann es kaum glauben, obwohl ich insgeheim jeden Tag, wenn ich den Briefkasten öffnete einen Anflug von Enttäuschung fühlte. 

Ich weiss, wenn ich den Umschlag aufmache, ist ein neuer Schritt getan. Vor oder zurück, ich weiss es nicht. Eigentlich kann es nur ein Treten an Ort sein. Möglich, dass er mir nur etwas zurückgibt, was ich ihm geliehen hatte. Zwei Filme um genau zu sein. Kann sein, dass er genau jetzt, zu diesem Zeitpunkt schreibt, weil der dritte Teil der Trilogie erschienen ist und er mir diesen als endgültigen 'Abschluss' geben möchte. Kann aber auch sein, dass er Dinge zu Papier gebracht hat, die mich erneut verletzen werden, mich in ein tiefes Loch stürzen lassen und ich habe (noch) die Macht dies zu verhindern, in dem ich den Umschlag einfach nicht öffne. 

8 Kommentare:

  1. Flucht ist selten ein befriedigendes Mittel um Ruhe zu finden.

    Oft denke ich ein Gentleman würde dich damit nicht mehr konfrontieren, aber ich verstehe auch deine Sucht in diesem Spiel.

    Fühle dich verstanden...

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    1. Vielleicht ist es eine Flucht nach vorne? Ich weiss es nicht.

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  2. Ich kann Dich verstehen. Denke oft darüber ob ich nicht vor der Realität die Augen verschließe.
    Was Du auch tust, was auch im Umschlag ist. Ich wünsch Dir die Kraft die Entscheidung zu treffen.

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    1. Ich habe ich ihn also geöffnet und bin mir nicht sicher, ob ich meine Augen wieder schliessen oder versuchen soll/muss, den Inhalt zu verstehen...

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    2. Verstehen...
      Gedanken spielen oft mit der Realität, schicken uns in Sackgassen. Beim Versuch zu verstehen, entdecken wir manchmal die potemkinschen Dörfer die unser Geist erschafft.
      Es gibt vielleicht nichts Schwierigeres als zu begreifen wie wenig wir Realtäten akzeptieren. Leider.

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    3. Und dazu kommt, dass sich die Realitäten der Menschen auch noch so unterscheiden!

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  3. Eine Tür nicht zu öffnen aus Angst vor dem, was dahinter liegen könnte, das kenne ich nur zu gut. Aber letztlich ist es nur eine Frage des richtigen Zeitpunkts. Irgendwann ist der Moment gekommen, in dem du dich bereit fühlst, dich der Wahrheit zu stellen - und ich wünsche dir, dass sie dir die ersehnte Erlösung bringt.

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    1. Ich wollte die Tür endgültig schliessen. Hatte es auch (wieder einmal) geschafft, doch kaum hab ich den Schlüssel abgezogen, spüre ich, wie 'er' durchs Schlüsselloch blickt. Und ehe ich mich versehe, hat er wieder etwas unter der Tür durchgeschoben...

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