31.01.2014

Trieb versus Vernunft

Wir nehmen einigen Erlebnissen, wie wir meinen, die 'Grösse', um besser mit ihnen umgehen zu können. Versuchen uns richtig kennenzulernen, in dem wir uns Einblicke in unseren Alltag verschaffen. Reden nicht dauernd über 'uns', sondern über ihn und mich in der 'realen Welt', könnte man sagen. Reden vor allem überhaupt, statt uns nur zu fühlen. Das Fühlen kam allerdings schnell wieder. 

Es scheint mir, während wir den 'Ernstfall', sprich das mögliche reale Leben miteinander testen, sprechen unsere Körper eine ganz andere Sprache und fragen sich wahrscheinlich, was das Ganze eigentlich soll?! Kaum hatten sich unsere Lippen zum Abschied wieder nur flüchtig berührt, war diese Konversation nicht mehr aufzuhalten. Diese fast schmerzliche Sehnsucht von seinem Körper in Besitz genommen zu werden, durchdringt mich in Sekundenbruchteilen komplett. 

Wir treffen uns das nächste Mal bei ihm zu Hause. Er kocht, wir reden, trinken Wein, hören Musik, schauen uns Bücher an. Unsere Köpfe wollen 'Fortschritt', dass wir uns auseinandersetzen mit uns, mit dem Versuch realistisch zu sein. Parameter abstecken, was möglich ist, und was nicht. 

Klar sind wir zu schwach, unsere Körper sind viel zu nah beieinander. Die Magnetwirkung ist einfach zu stark. Auch wenn ein Tisch zwischen uns steht. 

Wird der Verstand vielleicht überbewertet? Warum kann er sonst einfach aussetzen, wenn der Körper seinen Tribut fordert? Worauf soll ich nur hören… auf meine Vernunft oder den Trieb?



21.01.2014

Kinozauber

Heute Abend ein erneutes Treffen mit ihm im Kino. Wir teilen die Leidenschaft für die gleiche Art von Filmen. Schon seit wir uns kennen. Begonnen hatte es mit 'Arizona Dream', damals vor zwanzig Jahren. Haben sogar schon einen zusammen gedreht. Wir versuchen uns wieder als Freunde zu begegnen und anzunähern. Wir sind gut darin. Wirklich. Auch wenn wir uns selbst etwas vormachen. Wir sind Meister darin uns auf verschiedenen Ebenen zu bewegen. Doch wir wollen es so sehr. Wollen unsere Vertrautheit, die Unbeschwertheit zurück, die uns einmal verband, bevor wir die Grenze überschritten haben und aus uns eine 'Amour fou' wurde.  

Wir reden, lachen, gestikulieren – immer schön um den heissen Brei herum. Kann sein er glaubt dieses Mal wirklich daran, dass es funktionieren wird. Ich zweifle, so bald ich nur schon ein bisschen zu lange seine Finger beobachte. Wie sie sein Glas umfassen oder die Zigarette an seinen Mund führen. Zu lebhaft sind die Erinnerungen an seine Griffe. Und lasse ich den gedanklichen Impuls zu, spüre ich unweigerlich das Verlangen meinen Kopf zu senken, ihn an meinen Nacken und mich dirigieren zu lassen. Ich würde so gerne vor ihm auf die Knie gehen. Seinen Schwanz mit meinen Lippen fühlen, ihn lecken und tief in meinem Hals spüren. 


16.01.2014

Moonstruck I


Ganz in Ruhe lassen werde ich euch nicht mit meinem Blick in die Sterne. (Wurde sogar von ein, zwei Seiten dazu ermuntert damit weiterzumachen) Es wird zwar kein «Sterneorakel» mehr geben, doch einen monatlichen Blick auf einen ganz bestimmten Planeten und seine besondere Wirkung. Mal wird es eine hor(ror)skopische 'Vorwarnung', dann vielleicht wieder ein Erlebnis sein. Wir werden sehen...

*
An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal

Still mit Nebelglanz, 

Lösest endlich auch einmal

Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild

Lindernd deinen Blick,
 Wie des Freundes Auge mild

Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz

Froh und trüber Zeit,
 
Wandle zwischen Freud' und Schmerz

In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
 
Nimmer wird' ich froh!
 
So verrauschte Scherz und Kuß,
 
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
 
was so tröstlich ist! 

Daß man doch zu seiner Qual

Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
 
Ohne Rast und Ruh; 

Rausche, flüstre meinem Sang

Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht

Wütend überschwillst,
 
Oder um die Frühlingspracht

Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt

Ohne Haß verschließt,
 
Einen Freund am Busen hält

Und mit dem genießt!

Was von Menschen nicht gewußt,
 
Oder nicht bedacht, 

Durch das Labyrinth der Brust

Wandelt in der Nacht.

Johann Wolfgang von Goethe

*

Der Vollmond am Donnerstag ist der Höhepunkt einer sehr bewegten Zeit, in der sich manche Dinge unerwartet schnell und grundlegend verändern können. Sehr viel Leidenschaft ist im Spiel. Das stimuliert im besten Fall die Sexualität und bringt erotische Höhenflüge. Es kann aber auch zu heftigen Machtkonflikten kommen. Sicher ist, dass uns jetzt nichts kalt lässt. Die Konstellation hat sogar etwas Zwingendes: Es kann zu aufwühlenden Begegnungen kommen, die uns total in den Bann ziehen, oder es kann uns in einer Beziehung etwas derart beschäftigen, dass wir es zwingend lösen müssen. 

Die Venus ist rückläufig und trägt Altlasten mit sich. Will heissen: Es können ganz alte Geschichten nochmals hochkommen – Konflikte, die wir schon lange abgeschlossen zu haben glaubten oder verdrängt haben. Dazu Gefühle, die wir vielleicht lieber nicht haben würden. Einerseits sind wir kompromisslos, dann aber wieder ambivalent. Ein intensives Wechselspiel von Nähe und Distanz ist zu erwarten.

12.01.2014

Beweggrund

Vielleicht fragt ihr euch, warum ich die Tür zugemacht habe. Eigentlich gab es keinen akuten Grund, sprich ein 'Problem'. Mir war einfach danach, nach nun beinahe drei Jahren, das ganze noch etwas persönlicher zu machen. Auch von aussen nach innen sozusagen. Es hat sich im Laufe der Zeit einiges geändert und gewandelt. War mein Blog zu Beginn eine Reise ins Ungewisse, mit Geschichten und Erlebnissen aus einer ziemlich wilden Zeit, wurde er mehr und mehr zu einem Spiegel meines Konflikts zwischen zwei Männern zu stehen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und mittlerweile den Grossteil meiner Gedankenwelt ausmachen.


Ich habe im Laufe der Zeit viele Dinge erlebt und auch interessante Bekanntschaften gemacht. Nicht zuletzt auch durch diese Tür. Nichts davon bereue ich. Doch dadurch, fühlte ich mich teilweise auch etwas befangen, auf die gleiche, offene Art und rücksichtslos zu schreiben. So werden nun einige Leser, meinen Weg nicht mehr weiterverfolgen können, weil es ihnen nicht guttut und mir ebenso. Mit meiner Entscheidung den Blog nicht mehr öffentlich zu führen, erhoffe ich mir, meine Unbefangenheit ein Stück weit wieder zu erlangen. Und nicht zuletzt geht und ging es mir nie um eine grosse Leserschaft, sondern darum, einen Ort zu haben, an dem ich meine Gedanken und Erlebnisse sammeln und im besten Fall auch reflektieren kann. Ich merke, wie mir Qualität vor Quantität in allen Lebensbereichen immer wichtiger wird. So auch hier. Die treuen Leser und wirklich Interessierten sollen weiterhin an meinem Weg teilhaben. Auf die anderen kann und möchte ich in Zukunft verzichten.

09.01.2014

Grandios

Ich hab mir heute Abend ein Konzert gegönnt, auf Grossleinwand, ganz allein. Ich habe getanzt, gesungen, geflucht und geheult! Fucking great, doch dieses verfickte Lied am Schluss hat mir den Rest gegeben...




(falls ihr das in Deutschland wieder nicht seht... FUCK YOU GEMA!)

Frühlingswind

Wie herrlich, in der Abenddämmerung durch den Wald zu laufen und den «Frühlingswind» zu spüren! (Und hinter einen Baum zu pinkeln, ohne sich den Arsch abzufrieren!) Bitte weiter so lieber Wettergott. 

Freu!

Das neue Buch ist da...

Und was für ein schöner Einband. 



08.01.2014

Ich beisse nicht

(...werde lieber gebissen ; )

Liebe STILLE Leser, in drei Tagen wird der Zugang zu dieser Seite nicht mehr da sein, wenn man sich nicht mit mir in Verbindung setzt. Ich weiss, dass Ihr zahlreich da seid, denn die Besucherzahl hat sich seit meiner Ankündigung nochmals deutlich erhöht, und das ist schön. Ich beisse nicht, also schreibt mir doch, damit ich Euch zu meinem Leserkreis hinzufügen kann! Eure E-Mailadresse wird selbstverständlich in keinem Fall öffentlich kommuniziert.

Ich freue mich auf Post!
echilealinn@gmail.com

Eure Echilea

05.01.2014

Liebe Leser...

...um Euch eine Lese-Einladung für die demnächst nicht mehr ganz öffentlich zugänglichen 'nachtlinien' schicken zu können, brauche ich eine E-Mail-Adresse von Euch. Funktioniert bei Blogger nur so... als öffentlicher Leser ist man leider nicht automatisch gelistet.

Also schreibt mir an: echilealinn@gmail.com

Liebe Grüsse,
Echilea

Immer noch

Die Nähe war schön und schmerzhaft zugleich. Und ich weiss noch immer nicht, was sie ausmacht. Sie entfaltet sich auf verschiedenen Ebenen. Sitzen wir nebeneinander, spüre ich vertraute Zuneigung zu ihm als Freund, dessen Nähe mir gut tut. Ich spüre die vermeintliche Gewissheit, dass wir es schaffen können, wieder zwei Menschen zu sein, die einander nicht begehren. Beim Gehen ergreift er ein einziges Mal meinen Nacken, drückt zu und seine Kraft durchfährt mich. Ein Griff und die Ebene wechselt in Sekundenbruchteilen. Jeder Nerv in meinem Körper ist sofort elektrisiert. Wir spazieren weiter nebeneinander her, ohne Körperkontakt, und ich versuche alle Impulse zu unterdrücken und diese Ebene ganz schnell wieder zu verlassen. Als wir uns verabschieden, umarme ich ihn und muss die Tränen zurückhalten. Ein Auge lacht, das andere weint, als ich ins Taxi steige und davonfahre. Ich spüre Erleichterung, aber auch immer noch diese verdammte Sehnsucht. 

04.01.2014

Fühlen, wie es sich anfühlt


Sah den Trailer vor ein paar Wochen und dachte, diesen Film würde ich mit ihm sehen wollen. Stellte mir vor, wie wir nebeneinander sitzen im Dunkeln. Der Saal ziemlich voll. Wie ich seine Nähe spüre. Ohne ein Wort. Einfach da sein. Fühlen, wie es sich anfühlt. Wie stark ist die Anziehung? Was ist Wunsch, was Wirklichkeit? Was muss sein, was nicht? 


Er scheint ähnliches gedacht zu haben. Seine Einladung folgte. Heute Abend sitzen wir im Kino…

03.01.2014

Ein Spalt bleibt offen

Ich werde die Tür zu dieser Seite ein Stück weit schliessen. Den regelmässigen, treuen Besuchern möchte ich sie natürlich nicht verschliessen, genau so wie neuen Lesern, doch ich möchte etwas mehr Kontrolle darüber erhalten, wer hier in mein Seelenleben blickt. Bitte schreib mir also, wenn du mich in Zukunft weiter begleiten willst, dann setze ich dich auf meine Leserliste. 
Am 11.1. wird es so weit sein. Ich danke für euer Verständnis.  


31.12.2013

Alle Jahre wieder...


Ich wünsche allen einen guten Übergang ins nächste und nehmt euch was oben steht zu Herzen, und vor allem zu Kopf! 


11.12.2013

Unmittelbarkeit

Er ist wieder so nah. Es fühlt sich an, wie vom Wind getragen zu werden. Unaufhörlich in eine Richtung. Es ist schön so zu schweben. Dann spüre ich wieder wie ich in einen Sturm gerate, der mir alles entreisst, was mir lieb ist. Träume schlecht, schlafe schlecht. Und dann lässt er mich wieder los und ich denke, alles ist möglich. «Wir sollten einfach zusammen sein. Reden, schauen, bumsen.» 

Ich mag Vorhersehbares nicht, und trotzdem habe ich das Bedürfnis mich sicher zu fühlen. Ich will keine Erwartungen haben, denn sie setzen Dinge voraus, die berechenbar sind. Aus Selbstschutz? Purem Egoismus? Kann sein, es ist so simpel, aber am meisten denke ich, um eine Art Unmittelbarkeit zu fühlen. Vom Leben erfasst zu werden. Mit allem zu fühlen. Und ich weiss nur, dass ich es kann, wenn wir uns nah sind. 

Ein guter Plan


10.12.2013

Einlassen

«Du ziehst mich an, und zugleich läuten Warnsignale in meinem Kopf oder meinem Herz, wie immer man diese Instanz nennen mag. Ich tauche ab in Dir, vergesse – gefährlich, weil ich kein Mensch bin, der in Konsequenzen denken und fühlen kann, sondern eine, die sich losreisst, ehe sie sich einlässt.»

Nächte am Rande der inneren Stadt, Tanja Langer

04.12.2013

Kompliment

du bist zum ausrasten!
zum ausrasten....schön
zum ausrasten....verlockend
zum ausrasten....lusterweckend

EF YOU SEE KAY!
ich hasse es!

21.11.2013

Begegnung

Munch legt die Handfläche an ihre. «Es ist nicht deine Hand», sagt Tulla, «es ist nicht meine Hand, es ist die hauchdünne Fläche, an der sie sich berühren.»

'Begegnung im All', Edvard Munch, 1899