05.01.2014

Immer noch

Die Nähe war schön und schmerzhaft zugleich. Und ich weiss noch immer nicht, was sie ausmacht. Sie entfaltet sich auf verschiedenen Ebenen. Sitzen wir nebeneinander, spüre ich vertraute Zuneigung zu ihm als Freund, dessen Nähe mir gut tut. Ich spüre die vermeintliche Gewissheit, dass wir es schaffen können, wieder zwei Menschen zu sein, die einander nicht begehren. Beim Gehen ergreift er ein einziges Mal meinen Nacken, drückt zu und seine Kraft durchfährt mich. Ein Griff und die Ebene wechselt in Sekundenbruchteilen. Jeder Nerv in meinem Körper ist sofort elektrisiert. Wir spazieren weiter nebeneinander her, ohne Körperkontakt, und ich versuche alle Impulse zu unterdrücken und diese Ebene ganz schnell wieder zu verlassen. Als wir uns verabschieden, umarme ich ihn und muss die Tränen zurückhalten. Ein Auge lacht, das andere weint, als ich ins Taxi steige und davonfahre. Ich spüre Erleichterung, aber auch immer noch diese verdammte Sehnsucht. 

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