17.10.2013

Vom Reden und Schweigen

Heute habe ich auf zwei Blogs sehr interessante Gedanken über das Schweigen gelesen. Sie brachten mich dazu auch meine zu formulieren zu versuchen, weil Schweigen etwas ist, was mir schon sehr viel schmerzvolle Zeit bereitet hat. 

(Schattentänzerin und Peter, ich hoffe Ihr habt nichts dagegen, dass ich Euch hier zitiere und verlinke)

Wer schweigt, demonstriert seine Macht.
Wer schweigt, will strafen.
Wer schweigt, schweigt im Grunde der Dinge gar nicht.
Schweigend zeigt er uns seine kalte Gleichgültigkeit.
Peter

Wer schweigt, ist ohnmächtig und hilflos.
Wer schweigt, will sich schützen.
Wer schweigt, weiß nicht, was er noch sagen soll.
Wer schweigt, hat aufgegeben.
Wer schweigt, findet keine Erklärungen mehr.
Wer schweigt, fürchtet den Sog der Worte.
Schattentänzerin

Es kommt doch wie bei allem darauf an, auf welcher Seite man sich befindet. Ist man der der redet, oder der der schweigt. Ich war in der Beziehung mit einem mir wichtigen Menschen, abwechselnd, einmal in dieser, dann wieder in der anderen Rolle. Und alle beide führten nicht zu einem Miteinander. Weder im Stillen, noch in der Konversation. War ich die Redende, empfand ich sein Schweigen als Bestrafung oder Schwäche. War ich die Schweigende, fühlte ich mich gelähmt und hilflos.

Vielleicht soll uns Schweigen, wie ein Time-out, helfen, die Gedanken neu zu ordnen, weil man gar nicht anders kann? Schafft es Zeit und Luft, da wo Worte sie uns rauben würden? Was ich erfahren habe ist, dass Schweigen, egal auf welcher Seite man sich befindet, die kraftvollste Art der Kommunikation ist. Schreien und Toben ist zwar laut, doch niemals so gewichtig, wie nichts zu sagen. Denn man ist allein mit sich, wenn man schweigt, genau so wie wenn man keine Antwort erhält. Es ist etwas Absolutes, das eben nicht mit Worten relativiert werden kann. Für beide Seiten schmerzvoll, aber manchmal der einzige Weg hinaus aus einem Teufelskreis. Mit der Zeit, spätestens dann, wenn man die Gefühle auf der anderen Seite einmal zu spüren bekommen hat, kann man den anderen vielleicht besser verstehen. Ohne Worte. Lernen zu schweigen, obwohl man reden möchte – angreifen, erklären, sich verteidigen, wehren... – zu erkennen, wann es sinnvoller ist, nichts mehr zu sagen – ist wohl etwas vom Schwierigsten überhaupt. 

1 Kommentar:

  1. Grandios!

    Ich stimme dir bzw. auch den beiden anderen vollkommen zu.
    Da ich aber selten schweige, vor allem nicht wenn es um Probleme geht, sehe ich es nur als Hilfe mein Gegenüber etwas anders zu sehen.

    Chapeau!

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