17.10.2012

Edouard




Ich musste mich heute berufsmässig mit diesem Stuhl befassen. Sein Name ist Edouard. Bei diversen anderen Gedanken, die mir so durch den Kopf gingen war es gar nicht so einfach mich sachlich und professionell mit diesem Möbel auseinanderzusetzen und etwas aufs Papier zu bringen, was in die Art Magazin passt, für das ich schreibe.

Klebeband. Ja, dieses Mittel zum Zweck hat es mir irgendwie angetan. Ich mag es. Es ist äusserst praktisch, vielseitig und je nach Art auch sehr schön anzusehen. Und in letzter Zeit muss ich oft über diese Eigenschaften nachdenken. So auch heute. Ich kam also nicht umhin mir vorzustellen, wie die schwarzen, auf Hochglanz lackierten Armlehnen doch geradezu prädestiniert sind, meine Unterarme und Hände darauf festzukleben. 

Ich stellte mir also vor, wie ich nur mit einem leicht transparenten, kurzen Latexkleid und Highheels bekleidet auf dem Stuhl Platz nehme und ein netter Herr – also nicht im üblichen Sinne – mir sagt, ich solle eine mir angenehme Sitzposition einnehmen, und sich dann langsam daran macht, mich auf dem weichen Lederpolster zu fixieren. 

Zuerst bittet er mich meine Arme in bequemer Position auf die Armlehnen zu legen. Die glatte Oberfläche fühlt sich noch kühl an, während sich unter meinem Po auf dem schwarzen Leder langsam warm wird. Er beginnt auf der linken Seite mit dem Handgelenk. Gekonnt reisst er die Klebestreifen in der erfolderlichen Länge jeweils kurz mit den Zähnen an, trennt sie von der Rolle und taped sorfgfältig und präzise meine Arme an zwei weiteren Stellen fest. Nach der rechten Seite lächelt er mich an und fragt, ob ich mich wohl fühle. Ich bejahe und beobachte ihn weiter bei seiner konzentrierten Arbeit. Die Beine so weit es die Stuhlbreite erlaubt gespreizt, beginnt er das Tape nun um meine Fesseln zu schlingen und wickelt es ein paar Mal um die Metallbeine herum. Nicht zu fest aber fest genug. Etwas weiter hoch an meinem Unterschenkel macht er dasselbe, damit ich meine Beine schön in dieser Position halten muss. 

Unter meinem Kleid wird es immer wärmer und ich spüre wie sich zwischen meiner Haut und dem Latex ein zarter Schweissfilm bildet. Ich geniesse die feuchte Hitze, die sich langsam zwischen meinen Beinen ausbreitet und werde mir bewusst, dass ich diesem Mann jetzt vollkommen ausgeliefert bin.

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