Erstaunlich was man so findet, wenn man sich in einem Antiquariat ein bisschen Zeit nimmt zu stöbern. Es ist jetzt schon einige Monate her, seit ich das unscheinbare Büchlein aus dem Jahr 1975 entdeckte. In einem Regal von unzähligen anderen Büchern, nach Autoren und nicht nach Inhalt geordnet. Niemals wäre ich sonst auf so ein vermeintliches 'Selbsthilfebuch' gestossen, da ich nicht unbedingt zu diesen Lesern gehöre, die sich durch die Lektüre solcher irgendwie besser zu helfen wissen. Na ja, ich nahm es in die Hand und überflog den Buchrücken, es ging um Selbstfindung, nahm es mit und stellte es zu Hause in mein Regal.
Vorgestern nahm ich es hervor und begann darin zu lesen. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass es seinen Grund hatte, dass ich es fand. Stecken darin doch verblüffend viele Aussagen der Autorin, die auf meinem 'Egotrip', wie ich das letzte Jahr so für mich bezeichne, eine grosse Rolle spielten. Gewisse Dinge erkenne ich wieder und frage mich: wird der Trip je zu Ende sein?
«Selbstverwirklichung scheint doch nur ein Wunschbild von Idealisten zu sein, die noch nicht gemerkt haben, wie sehr wir in einer verplanten und überorganisierten Gesellschaft leben, wie sehr wir der Manipulation erliegen. Wir glauben bei manchem, dass wir als freie Menschen handeln, aber in Wirklichkeit sind wir fein gesteuert und leben in der Annahme, es seien eigene Bedürfnisse.»
«Selbstverwirklichung ist kein Besitz, nichts Starres, keine unveränderliche Form des Lebensvollzuges, sondern ein dauernder Prozess. Wer der Routine verfällt, hat sich selbst in gewissem Sinne bereits verloren. Er wird zum Sklaven der eigenen Denk- und Handlungsmuster.... Wenn Kierkegaard sagt, dass «der Existierende beständig im Werden» sei, so müsste der fixierte und erstarrte Mensch als der Nicht-Existierende bezeichnet werden, selbst dann, wenn sein Verhalten tugendhaft aussieht.»
«Selbstverwirklichung ist nur möglich in der Grundhaltung der Freiheit.»
«Wir dürfen auf keiner Stufe stehen bleiben, sonst verpassen wir das Leben. Es ist uns aufgegeben, neben dem Wagnis der Bindung auch die Loslösung zu leben. Wir besitzen uns selbst erst dann, wenn wir uns auch zur gegebenen Stunde fallen lassen können.»
– Margrit Erni
Nun, dem kann ich nur zustimmen ( der Autorin ) !
AntwortenLöschenDas Leben ist Veränderung und auch anpassen an verschiedenen Situationen jeden Tag. Nimm dich an wie du bist, lerne mit dir zu leben, fühle dich, in dem Strudel der Zeit, der Bewegung.
Und ja, stöbern mag ich auch gerne in alten Buchregalen. Manchmal ist es aufregend und interessant was man findet. Das nicht nur zwischen alten Büchern.
Liebe Grüße
HoM
Sind das nicht eher Beschreibungen wie es [theoretisch] sein könnte, anstatt Festlegungen, wie es sein sollte?
AntwortenLöschenDer Trip wird dann zu Ende sein, wenn Du eine für Dich bessere Alternative gefunden hast. Optima sind relativ.
Aber in Antiquariaten stöbern ist klasse. Es gibt so vieles zu entdecken.
Eben, Möglichkeiten. Und ich habe im Laufe der letzten Monate ein paar von ihnen kennengelernt und entsprechende Erfahrungen gemacht, wie es ist verschiedene Alternativen zu prüfen...
LöschenLach. Frau L. wird zertifizierte Lebensalternativentesterin. Wäre zumindest ein Ansatz für ein eigenes Buch, das dann in 30 Jahren jemand anders beim Stöbern findet.
AntwortenLöschenJaja, lach nur... ; ) Ich lach mit.
LöschenSobald Du Deine Lebensalternativenbewertungscheckliste ferig hast, hätte ich gerne eine Kopie zum Selbstausfüllen.
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LöschenAch, Du meinst Du könntest da auch ein paar Kreuzchen machen?
AntwortenLöschenMoi? Natürlich nicht! Aber es wäre interessant zu sehen, was die Fragen sind :-)
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