Dauererregt.
Auf Sexentzug.
Wartend.
Und sonst so...
31.07.2012
17.07.2012
(Ent)spannungseffekt
«Vergiss nicht Deine Rückengymnastik!»
«War gerade dabei.»
«Aber mit Kugel.»
«Drin.»
«Drin.»
15.07.2012
12.07.2012
On Fire
Ein Gefühl, das mit nur einem winzigen Impuls von aussen wie ein Seismograph ausschlägt. Dringt nur ein richtiges Wort in mein Bewusstsein, schiesst mein Blut aus dem Kopf nach unten und hinterlässt ein Brennen in meinem Schoss. Äusserlich kaum wahrnehmbar, bebt und pulsiert es in mir, einem Vulkan gleich. Ich stehe in Flammen.
10.07.2012
06.07.2012
05.07.2012
03.07.2012
30.06.2012
25.06.2012
Ohne Verstand
Ich will wieder einmal um den Verstand gefickt werden und ihn nicht als Mitspieler dabei haben.
23.06.2012
Chicken-sexing
Einige Auszüge aus: 'Kurze Interviews mit fiesen Männern' von David Foster Wallace (1962-2008)
Einleitung und erste Kurzgeschichte im Buch:
***
Ein stark verkürzter Abriss des postindustriellen Lebensstils
Als sie einander vorgestellt wurden, machte er eine witzige Bemerkung in der Hoffnung, damit gut anzukommen. sie lachte nachhaltig in der Hoffnung, damit gut anzukommen. Später fuhren sie getrennt nach Hause, den Blick starr geraudeaus gerichtet und mit demselben verkrampften Ausdruck im Gesicht.
Der Mann, der sie einander vorgestellt hatte, mochte eigentlich keinen von beiden besonders, tat jedoch so, weil er das gute Verhältnis nicht belasten wollte. Man konnte ja nie wissen, oder? Oder? Man kann ja nie wissen.
***
In der folgenden Geschichte erklärt der Protagonist seine Gabe, im Vorfeld zu wissen, ob das weibliche Wesen ihm gegenüber eine konkrete Affinität verspürt – sich also in freier Vereinbarung dazu entschliesst, sich auf sein Spiel einzulassen.
Er tut das, in dem er als Vergleich ausführlich die aussergewöhnliche Fähigkeit australischer Hühnerzüchter erläutert, das Geschlecht von Küken direkt nach dem Schlupf zu bestimmen. Man nennt dies 'Chicken-sexing'. Er verwendet diese Metapher, um die unerklärliche Intuition aufzuzeigen, eine Art sechsten Sinn, der es ihm ermöglicht 'Mitspielerinnen' schon im Vorfeld nahezu fehlerfrei zu identifizieren.
***
«Jedenfalls, irgendwann sitzen wir beide auf der Ottomane, trinken etwas, hören Musik, unterhalten uns. Das ist normalerweise bei der dritten Verabredung der Fall. .... Normalerweise sitze ich an einem Ende der Ottomane und sie am anderen, streng getrennt, obwohl die Ottomane als solche nicht breiter ist als einen Meter fünfzig. Also, nicht unbedingt ein übergrosses Möbel. Aber der Punkt ist eben der, dass wir uns noch nicht sonderlich nahe gekommen sind. Alles noch im unverfänglichen Bereich. Wenn auch, und mit Blick auf die Körpersprache während der gesamten Vorlaufzeit, einiges passiert ist zwischen uns, mit Einzelheiten will ich sie aber nicht langweilen. Okay, bis hierhin ist alles klar. Wenn ich dann aber den Augenblick für gekommen halte – wohlgemerkt, wir sitzen beide immer noch gemütlich auf der Ottomane, einen Drink in der Hand, im Hintergrund läuft Ligeti – da frage ich sie und zwar übergangslos und ganz direkt: «Hättest du Lust dich von mir fesseln zu lassen?» Nur diese neun Worte. Mehr nicht. Einfach so. ... Meistens weiss ich die Anwort in dem Moment, in dem ich sie stelle. Wirklich, ich weiss es fast immer im Voraus. Und immer kommt es danach zu einem Moment vollständigen Schweigens, fast bedrückend möchte man sagen. Ihnen ist klar, dass solche Pausen im kommunikativen Zusammenhang ganz unterschiedlich ausfallen können und auf jeden Fall eine Menge über die Betreffende aussagen. ... Sie müssen die Frage zuerst 'sinken lassen'. Meiner Meinung nach eine ganz hervorragende Beschreibung dessen, was in diesem Moment tatsächlich passiert.»
«... also ich kann Ihnen versichern, dass ich den niedrigen Anteil meiner Abfuhren nicht als Folge meiner unwiderstehlichen Ausstrahlung interpretiere. So funktioniert das nämlich nicht. Deshalb spreche ich die Frauen ja auch auf diese wenig einnehmende, scheinbar brutale Art an. Ich tue erst gar nicht so, als wollte ich sie überreden oder auf irgendeine Art für mich gewinnen. Denn ich weiss nur zu genau, dass ihre Antwort ausschliesslich von inneren Faktoren abhängt. ... Das einzige wirkliche 'Talent', das ich für mich in Anspruch nehme, ist die Fähigkeit, bereits im Vorfeld zu klären, ob es sich bei der Betreffenden um eine 'Henne' handelt, oder um einen 'Hahn'. Ich benutze diese ornithologischen Begriffe übrigens nicht als Metaphern für bestimmte Eigenschaften, sondern allein zur Beschreibung meiner eigenen unerklärlichen Fähigkeit, meistens schon am ersten Abend quasi intuitiv voraussagen zu können, ob das Subjekt, wenn Sie so wollen, 'reif' ist für meine Frage. Ob es eben von mir gefesselt werden will. Ich frage ohne Umschweife und ohne romantische, sprich exotische Verbrämung. ... Bitte beachten Sie auch, dass ich sie vor dem dritten Treffen weder anfasse noch in irgendeiner Form mit ihnen flirte. Oder, dass ich mich, bei dem dritten Treffen, an sie ranschmeisse oder ihnen auf die Pelle rücke. Nichts dergleichen geschieht auf jener nicht einmal einen Meter fünfzig brieten Ottomane. Ich mache lediglich einen Vorschlag, knallhart, aber ohne jeden Einschüchterungsversuch.»
«..., sie fürchten, dass irgendetwas an ihrem Erscheinungsbild, etwas, das schwach oder nachgiebig ist, in mir die Vermutung geweckt haben könnte, sie seien die idealen Kanddtaten für Bondage oder Unterwerfungsspiele. Die psychologische Dynamik dieses Vorgangs ist unglaublich interessant – vor allem, weil offenbar der erste Gedanke des Subjekts der Frage gilt, inwieweit es, wodurch auch immer, einen solchen Vorschlag provoziert haben könnte. Mit anderen Worten, das Subjekt kalkuliert seine Aussenwirkung und den Grad seiner unbewussten Verstrickung in meine Frage.»
«Wie komplex und faszinierend dieses Geschehen in Wirklichkeit ist, spüren Sie aber nur, wenn Sie die geladene Atmosphäre selber hautnah mitbekommen. Denn gerade in der Zurschaustellung persönlicher Autonomie durch Veränderung der Sitzposition äussert sich überdeutlich der tiefe Wunsch nach Unterwerfung. Der Wunsch zu akzeptieren, der Wunsch mitzuspielen. Anders ausgedrückt, jede Form der Machtdemonstration verrät, zumindest, zumindest in dieser elektrisch geladenen Situation, die Henne. Verstehen Sie, vermittels des ausgeprägten Formalismus des masochistischen Spiels, wird ein Kontrakt ausgehandelt und so organisiert, dass das vermeintliche Machtungleichgewicht vom Subjekt stets ratifiziert werden muss und die Selbstbestimmung nie ausser Kraft gesetzt wird.»
«In diesen Schrecksekunden werden ganze psychische Landkarten neu geschrieben, und jede emotionale Reaktion seitens des Subjekts verrät mehr über seinen Seelenhaushalt, als es eine endlose Unterhaltung jemals könnte.»
«Sie starren dich an, als wollten sie in dir lesen. Sie erforschen dich, genauso wie du es offenbar mit ihnen gemacht hast, zumindest legt deine Frage dessen Schluss nahe. Aus diesem Grund stelle ich meine Frage auch so direkt und schnörkellos, ..., ohne Umschweife komme ich auf ein mögliches kontraktuelles Verhältnis zu sprechen. Ich möchte ihnen so deutlich wie möglich zu verstehen geben, dass mein Vorschlag wörtlich gemein ist, konkret. Dass ich mich selber vor ihnen öffne, selbst auf die Gefahr hin, damit auf Gegenliebe zu stossen. Deshalb erwidere ich ihren Blick so sachlich und nüchtern wie möglich und sage nichts, was die Verarbeitung ihrer psychischen Reaktion stören, verkomplizieren oder beeinflussen könnte. Ich zwinge sie nur, sich der Tatsache zu stellen, dass alles genauso gemeint war, wie es bei ihnen ankam.»
«Ich sage immer: Alles kann, nichts muss.»
***
22.06.2012
19.06.2012
Abendlektüre
Jetzt widme ich mich dem letzen Teil des dritten Bandes... Traurig, dass er bald zu Ende sein wird.
«Mir kommt es vor, als seien alle möglichen Dinge um uns herum synchron in Bewegung geraten. Vieles hat sich bereits verändert. Vielleicht können wir nicht so einfach zurück.» «Aber wenn unser kostbares Leben daran hängt?» Tengo schüttelte vage den Kopf. Er spürte, dass er von einer starken, andauernden Strömung mitgerissen wurde, die im Begriff war, ihn an einen unbekannten Ort zu spülen.
«Mir kommt es vor, als seien alle möglichen Dinge um uns herum synchron in Bewegung geraten. Vieles hat sich bereits verändert. Vielleicht können wir nicht so einfach zurück.» «Aber wenn unser kostbares Leben daran hängt?» Tengo schüttelte vage den Kopf. Er spürte, dass er von einer starken, andauernden Strömung mitgerissen wurde, die im Begriff war, ihn an einen unbekannten Ort zu spülen.
18.06.2012
17.06.2012
Attribute
Rücksichtsvoll und skrupellos. Hart, zart – grob und liebevoll. Unberechenbar vorausschauend. Selbstlos und egoistisch. Gefühlvoll und rabiat. Immer fokussiert. Chaotisch sowie bodenständig und abgehoben.
16.06.2012
15.06.2012
Kontrolle
Ich habe mich ihm offenbart – nicht ganz und gar, doch so weit, dass er weiss, was ich brauche, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Ob wir den Weg beschreiten können, den ich mir wünsche, wird sich zeigen. Ich hoffe so sehr, dass er begreift, mich an die Hand nehmen zu müssen – dass er dazu fähig sein muss die Kontrolle über mich zu bekommen. Er muss mich an den Punkt bringen können, an dem ich erkenne, dass er es besser weiss.
Der richtige Weg?
«Manchmal hält man Distanz um die Form zu wahren und manchmal weil man weiss, daß man jede Zurückhaltung verlieren würde und es dann keinen Weg zurück gibt.»
...weil's einfach so passt. Entlehnt vom überaus geschätzten Herrn N.
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